Das Weitzmann in der Presse
Artikel vom 28.11.2006
Die Mutter aller Schwaben-Imbisse:

In der Lüneburgerstraße 390 gab es als erstes die Maultaschen zum Mitnehmen

Schwäbisch zum Mitnehmen

Von Greta Taubert

Neben Döner und Currywurst sind Spezialitäten aus dem deutschen Süden imbissfähig geworden

Der Schwabe ist ein Nass-Esser. Er mag es, wenn es auf dem Teller glänzt, schwimmt und rutscht.
Für Berliner Exilschwaben mag es da ein Trost sein, dass auch die Currywurst im Ketchupmeer ertrinkt - richtig glücklich macht ihn das aber nicht. Deshalb gibt es die Maultasche auch für zwischendurch.

Berthold Schöttle war der erste Schwabe, der aus Heimathunger einen Imbiss eröffnete. Vor vierzehn
Jahren richtete der Munderkinger unter einem S-Bahn-Bogen nahe Bellevue den "Schwaben-Imbiss" ein.

Draußen leuchtet das Wort "Küche" in Neonbuchstaben, drinnen stehen Bieruntersetzer des im Hochschwarzwald gebrauten Bieres "Tannenzäpfle" auf den Tischen. Viele Bauarbeiter und Mechaniker
aus den benachbarten Werkstätten stillen hier ihren Mittagshunger. Denn die schwäbische
Mehlspeisenküche ist opulent und preiswert. Spätzle gibt es hier ab 2,90 Euro.

"Ich wollte die Verbindung zwischen meinem Berliner Leben und meiner schwäbischen Herkunft ziehen",
sagt Schöttle. Die Idee klappt sogar in der Imbiss-Küche: Dort kocht eine Berlinerin. Mittlerweile ist
an den "Schwaben-Imbiss" das Restaurant Weitzmann angewachsen. Ab und zu singt dort der Hausherr ausgerechnet mit einem Badener Kumpel, was er scherzhaft kommentiert:
"Wir haben das vereinte Europa schon vorweggenommen".

Die Mutter aller Schwaben-Imbisse:
In der Lüneburgerstraße 390 gab es als erstes die Maultaschen zum Mitnehmen