Weitzmann Lexikon

Zwiebelkuchen


Zwiebelkuchen

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Zwiebelweihe, Zwiebelewaie, Zwiebelwähe

Die Rezepte für Zwiebelkuchen variieren von Ort zu Ort. Welches das "Original"
ist und wer es "erfunden" hat, ist heute nicht mehr nachvollziehbar.

Traditionell finden in den süddeutschen Weingegenden im September, wenn der erste
neue Wein fertig ist, Weinfeste statt. Dann bieten sogenannte "Besenwirtschaften" in
Schwaben und "Straußenwirtschaften" im Alemannischen frischen Zwiebelkuchen und
neuen Wein an.

Diese "Besen- und Straußenwirtschaften" gehen auf Kaiser "Karl den Großen" zurück,
der per Erlass um das Jahr 800 herum den Weinbauern erlaubte, einen Teil ihres
eigenproduzierten Weines selbst auszuschenken. Als Symbol für die Zeit des Ausschanks
wird bis heute der Besen (alemannisch: Strauß) vor die Tür gehängt.


Der schwäbische und badische Zwiebelkuchen basiert auf einem "Wähenteig": einem
dünnen Hefeteig. Daher auch die Bezeichung "Zwiebelwähe", die im Alemannischen
zu "Ziibelewaje" wird.

Früher gab es Zwiebelkuchen dann, wenn Brot gebacken wurde:
Während der Brotteig trieb, kam der Zwiebelkuchen in den Ofen
und ergab eine schnelle Mahlzeit.

In traditionsbewussten Häusern gilt die Rezeptur: "Drei Viertel Zwiebeln,
ein Viertel Speck". Für den modernen Geschmack ist dies in der Regel zu viel Fleisch.
Daher ersetzen manche Liebhaber dieser Spezialität den Speck (teilweise) durch Lauch
oder überbacken den Zwiebelkuchen am Ende mit etwas Käse.

Gourmets legen Wert darauf, dass die Zwiebeln für den Belag von Hand geschnitten werden.
Maschinelle Verarbeitung macht den Zwiebelbelag matschig.

Zum Zwiebelkuchen gehört traditionell neuer Wein ("Federweißer" oder "Suser")
oder ein trockener Weißwein wie zum Beispiel ein Riesling aus dem Remstal.
Auch ein frischer Weißherbst trinkt sich gut dazu.

Zwiebelkuchen gibt es inzwischen überall in Deutschland.

Der Ursprung liegt in den süddeutschen Weinbaugebieten in Baden und Schwaben.

Zum Rezept bitte auf das "Rezept" klicken.

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