Schupfnudeln
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Die Schupfnudeln haben im Volksmund allerlei Necknamen und Bezeichnungen:
"Wargelnudeln" (im Allgäu), "Bauchstecherle" (im Fränkisch-Hohenlohischen),
Buabaspitzle oder auch Bauraseckele (im deftigeren Volksmund,
vor allem bei der älteren Generation).
Ganz verschmitzt hört man auch noch die ältere Generation zu den Kartoffelnudeln sagen:
"So, heit gibt's Buabaspitzle - lasset's euch schmecke!"
Als "Swabian Croquettes" sind sie in englischsprachigen Kochbüchern zu finden.
Das "Schwäbische Handwörterbuch" beschreibt Schupfnudeln als "mit der Hand gerollte
Nudeln in Fingergröße". Das Besondere an den Nudeln ist die Herstellung aus "halb und halb"
Mehl und Kartoffeln (d.h. ein Teil Mehl und ein Teil Kartoffeln).
Im schwäbisch-alemannischen Raum gehen Mehl und Kartoffeln eine ungewöhnliche Allianz ein.
Der Grund ist in der Sparsamkeit der Schwaben zu suchen. Wenn das Mehl nicht reichte, streckte
man es mit preiswerteren Kartoffeln. So entstanden köstliche Kartoffel-Mehl-Kreationen.
Diese Beilagen aus dem deutschen Südwesten sind für Feinschmecker nicht einfach Nudeln & Co,
sondern der schmackhafte Beweis für höhere Küchenweihen.
Ihren Namen hat die Schupfnudel von der typischen Bewegung, die bei der Herstellung angewandt
wird. "Schupfen" bedeutet soviel wie "wegstoßen" oder "wegrollen" mit der gewölbten Hand,
wodurch die unverwechselbare Form entsteht. Auf die gleiche Weise entstand auch der Name "Wargelnudeln".
Die Bezeichnung "Bauchstecherle" sollen die Schupfnudeln niemand Geringerem als dem Maler
Carl Spitzweg zu verdanken haben. Spitzweg, der eine Vorliebe für das Gericht hatte,
klebte angeblich in das Kochbuch neben sein geliebtes Rezept ein Bild: zwei fechtende Eheleute,
von denen einer dem anderen mit dem Degen einen Stich in den Bauch versetzt.
Der Name "Buabaspitzle" bedarf eigentlich keiner weiteren Erklärung, da sich jeder -
mit etwas Fantasie - vorstellen kann, welches Körperteil das "Buabaspitzle" beschreibt.
Der Name "Bauraseckele" bezieht sich auf das gleiche Körperteil bei Bauern.
Saison:
Schupfnudeln werden das ganze Jahr über gegessen.
In der kalten Jahreszeit werden Schupfnudeln bevorzugt mit Sauerkraut oder mit Braten
und "Sößle" zubereitet. Im Sommer ist auch die süße Variante sehr beliebt. Die Schupfnudeln
werden dann - mit Zimtzucker bestreut - als Beilage zu Kompott bzw. Apfelmus oder
Vanille-Eis gereicht.
Manchmal werden die Schupfnudeln nicht zuerst gekocht und dann gebraten, sondern direkt frittiert.
Besonders reizvoll und beliebt ist die Zubereitung der Schupfnudeln in der Pfanne mit Sauerkraut.
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