Weitzmann Lexikon

Flädle


Flädle

„Flädle“ ist die schwäbische Bezeichnung für Pfannkuchen. Sie müssen aber schön dünn und knusprig sein!

„Flädle“ sind ein uraltes schwäbisches Traditionsrezept, das seit Generationen weitervererbt wird.
Die Flädlesuppe hat in jüngster Zeit „Karriere“ gemacht und sogar in das Repertoire der gehobenen Gastronomie Eingang gefunden.

Dicke, schaumige Pfannkuchen kennen die Schwaben von altersher nicht. Schwäbische Pfannkuchen
sind dünn, teigig und goldbraun. Richtige Flädle sind so dünn, dass man beinahe hindurch sehen kann.
In der modernen Küche fügt man dem Teig Butter oder auch frische Kräuter hinzu.

Flädle sollen goldbraun sein. Einzige Ausnahme: als Dessert werden sie etwas heller gebacken.

Um Flädle für eine Suppeneinlage herzustellen, werden sie fest aufgerollt, dabei bei jeder Umdrehung
ein wenig angedrückt, und dann in Streifen geschnitten. So zerfallen sie in der Brühe nicht so schnell
und behalten ihre Form.

Flädlesuppe war früher ein Resteessen. Was am Vortag an Flädle übrig war, landete einfach in der
Brühe. Heute wird die Einlage gerne frisch zubereitet. Flädle lassen sich gut einfrieren. So kann
man größere Mengen auf Vorrat halten und hat später eine schnelle Suppeneinlage zur Hand.

Schwaben bezeichnen sich selbst als „Nass-Esser“: sie lieben Suppen und Saucen über alles.
Als Einlage dienen ihnen nicht nur Flädle, sondern auch Gemüse, Klößchen, Maultaschen, Spätzle und Hirn…

Schon Hans Sachs (1494-1576) schreibt: „So sind die Suppen der Schwaben Schatz“. Das hat
den Schwaben auch den Spitznamen „Subbaschwobe“ (Suppenschwaben) eingebracht.

Die Krönung der Flädlesuppe ist die traditionelle süddeutsche Hochzeitssuppe: zu den Flädle
kommen noch Mark- und Grießklößchen in die klare Brühe.

„Flädle“ heißen auch die tropfenförmigen Glaseinschlüsse im so genannten „Schwabenstein“ (Suevit). Schwabenstein entsteht beim Einschlag von Meteoriten durch die enorme, aber kurze Hitze- und Druckeinwirkung. Er ist beispielsweise im Nördlinger Ries sehr verbreitet, das vor 15 Millionen Jahren durch den Einschlag eines 900 Meter großen Meteoriten in die Fränkisch-Schwäbische Alb entstand.

Flädle werden als Beilage (sehr lecker z.B. zu Spargel), Suppeneinlage oder auch gefüllt als
Hauptmahlzeit verzehrt. Süße Flädle mit einer Füllung aus Quark, Eiern, Zucker, Zitronenschale
und Rosinen oder auch einfach mit Marmelade sind eine nicht nur bei Kindern beliebte Nachspeise.

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