Stuttgarter Leberkäs'
„Stuttgarter Leberkäs’“ darf sich nur ein Leberkäs’ nennen, der dem traditionellen
schwäbischen Rezept entsprechend mindestens 10 Prozent Leber enthält.
Stuttgarter Leberkäs’ ist eine Fleischsorte mit käseähnlicher Konsistenz, die in einer Kastenform gebacken wird und dadurch ihre typische rechteckige Form erhält.
Der Stuttgarter Leberkäs’ besteht aus rohem Fleisch, Fett, Trinkwasser, Salz, Gewürzen und
mindestens 10 Prozent Leber. Die Zutaten werden stark zerkleinert und danach gebacken.
Lebensmittelrechtlich gehört der Stuttgarter Leberkäs’ zu den Brühwürsten. Brühwürste kennt man
seit etwa 250 Jahren. Der Leberkäse wurde angeblich Ende des 18. Jahrhunderts von einem Badener erfunden in Bayern. Dazu ist folgende Geschichte überliefert:
Als der pfälzische Kurfürst Karl Theodor 1778 den kin-derlosen Kurfürsten Max III. Joseph von Bayern beerbte, brachte er seinen eigenen Metzger aus Mannheim mit an die Isar. Dieser ersann
eine Komposition aus fein gehacktem Schweine- und Rinderfleisch, die in Brotformen gebacken
wurde. Wegen seiner Form und der käseähnlichen Konsistenz wurde das Produkt „Laibkas“ genannt, woraus im Lauf der Zeit „Leberkäs’e“ wurde obwohl der in Bayern hergestellte Leberkäs’e bis
auf den heutigen Tag kein bisschen Leber enthält!
Die schwäbischen Metzger haben das ursprüngliche Rezept verfeinert und dem typischen
Stuttgarter Leberkäs’ die „fehlende“ Leber hinzugefügt. Der würzigere Geschmack und die
feinere Konsistenz unterscheiden ihn maßgeblich von seinen bayrischen Verwandten.
„Stuttgarter Leberkäs’“ darf sich nur ein Leberkäs’ nennen, der dem traditionellen
schwäbischen Rezept entsprechend mindestens 10 Prozent Leber enthält.
Die Deutschen verzehrten im Jahr 2001 durchschnittlich 7,4 kg Brühwurst also Leberkäs’, aber
auch Fleischwurst, Bierschinken und Lyoner. Am meisten Leberkäs’ wird in Süddeutschland verzehrt.
Dem Schwaben ist sein Leberkäs’-Vesper so heilig, dass darüber sogar Witze kursieren:
Dr Vadder hockt beim Veschper. Do kommt die Tochter Hand en Hand mit ma jonga Kerle rei.
Dr Vadder: Wenn Ihr heirata wellat ......wega mir - wenn der a Stück von meim Leberkäs’ will ......vergessats.
Früher gab es Leberkäs’ nur, wenn geschlachtet wurde. Inzwischen ist Stuttgarter Leberkäs’
als Spezialität Standard bei den baden-württembergischen Metzgern.
Stuttgarter Leberkäs’ schmeckt warm als Hauptmahlzeit - serviert mit schwäbischem Kartoffelsalat - ebenso wie kalt als Bestandteil einer deftigen schwäbischen Vesperplatte. Auch ein sogenannter
„LKW“ mit „ABS“, ein „Leberkäs’weckle“ mit „a bissle Senf“, ist eine beliebte Zwischenmahlzeit.