Weitzmann Lexikon

Württemberger Lamm


Württemberger Lamm


Bereits um 1783 kreuzten Züchter einheimische Schafe, wie etwa das mischwollige Zaupelschaf
oder das Niederrheinische Marschschaf, mit spanischen Merinoschafen. Das Ergebnis war eine ausgesprochen widerstandsfähige, fruchtbare und marschfähige Schafrasse, die ihren Namen
nach ihrem Entstehungsland Baden-Württemberg erhielt. Das Württemberger Lamm trägt heute
sein eigenes Markenzeichen und gilt als besondere Spezialität aus dem „Ländle“.

Das Fleisch des Württemberger Lammes hat eine leuchtend hellrote Farbe, das Fett ist fast weiß.
Diese Merkmale zeugen von einer sehr hohen Qualität und einem auffallend zarten Geschmack.

Ob Schulter, Keule, Rücken oder Brust: Württemberger Lamm ist ausnehmend zart und
feinfaserig und besitzt ein feines, leicht würziges Aroma. Besonders mager ist das Fleisch
aus Schulter oder Keule. Sehr köstlich schmeckt Württemberger Lamm mit frischen Kräutern
und Gewürzen, wie Thymian, Estragon, Rosmarin oder Pfefferminze.

Als weitere Zubereitungsvariante bietet es sich an Lammfleisch vor dem Grillen oder
Braten zu marinieren. Dadurch erhält das Fleisch zusätzliche Geschmacksvarianten.

Tipp: vor dem Braten oder Schmoren sollte das Fett nicht ganz entfernt werden, da es als Geschmacksträger wichtig ist. Egal wie man Lammfleisch zubereitet, wichtig ist, es in jedem
Fall heiß und auf vorgewärmten Tellern zu servieren.

Lammfleisch wird häufig, sehr zu Unrecht, mit „Hammelgeschmack“ in Verbindung gebracht.
Das Fleisch des Württemberger Lammes zeichnet sich durch einen ausgesprochen milden
Geschmack aus, der nicht nur bei Feinschmeckern großen Anklang findet.

Traditionell pflegen die Schäfer in Baden-Württemberg vorwiegend die Form der

Wanderschafhaltung. Dabei setzen sie ihre Schafe häufig in der Landschaftspflege und
im Naturschutz ein. Positiver Effekt dieser artgerechten Haltung ist, dass das Futter der
Tiere besonders natürlichen Ursprungs ist. Das Lammfleisch erhält so eine feine Würze und
ein einzigartiges Aroma.

Das Württemberger Lamm ist weit über die Landesgrenzen hinaus ein Begriff. So verdienten Schafhirten im 18. Jahrhundert ein kleines Vermögen, wenn sie eine Schafherde aus Baden-
Württemberg bis nach Paris trieben. Dort, im Zentrum der französischen Gourmets, waren die
Tiere hoch geschätzt.

Das Fleisch des Württemberger Lammes steht das ganze Jahr zur Verfügung, da das Brunst-
verhalten des Rasse Merino-Landschafes asaisonal ist, also nicht an eine bestimmte Jahreszeit
gebunden. Ein großer Bestand von Schafen in Baden-Württemberg garantiert die Nachhaltigkeit
von regionalem Lammfleisch.

Württemberger Lamm mundet nicht nur Feinschmeckern das ganze Jahr über. Je nach

Jahreszeit lässt es sich auf viele unterschiedliche Arten zubereiten und harmoniert mit den
saisonalen Gemüsen und Salaten des Landes, insbesondere mit der heimischen Kartoffel.

Verzehr:

Traditionell wird Lammfleisch an Ostern als Osterlamm verzehrt. Aber auch im übrigen Jahr ist

das Fleisch der Wiederkäuer beliebt. Die Vermarktung der Schlachtlämmer erfolgt zum einen
Teil über Selbstvermarktung, zum anderen Teil über die Baden-Württembergische Lammfleisch-
erzeugergemeinschaft e. V. deren jüngste Initiative das Vermarktungsprojekt „Württemberger
Lamm“ darstellt.