Weitzmann Lexikon

Wehe

Anmerkung für Nichtschwaben: Nachfolgend geht es um Kuchen

Blooz, Deie, Dinelle, Dinette, Scherrkuchen, Wehe

Blooz (hohenlohisch), Dinelle (badisch), Dinette (Oberschaben), Scherrkuchen (Ulmer Gegend),
Wehe (allemannisch); am weitesten verbreitet ist der Begriff „Deie“ aus der Region in und
um Stuttgart. Daher ist im weiteren immer von der „Deie“ die Rede.

Die „Deie“ ist ein herzhafter Kuchen, den man aus Hefeteig zubereitet und mit Rahm,
Schinken und Schnittlauch belegt.

Die Deie existiert schon sehr lange. Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts buken die Frauen sie an bestimmten Tagen im Backhaus („ebbes Guats“ frisch aus dem Ofen). Dies führt man auf die lange Tradition zurück, am Backtag sozusagen nebenher ein besonderes Gebäck herzustellen.

Nach einem alten Rezept ist die Deie eine Art Salz- oder Rahmkuchen aus lockerem Hefeteig,
den man mit frischen Kräutern belegt oder weil der Teig alleine schon so gut schmeckt,
unbelegt genießt.

Die Deie kann man entweder in der süßen Variante mit Äpfeln, auch deftig mit magerem Schinken
belegt oder aber vegetarisch mit frischen Kräutern genießen. Wer Wert auf Gourmetkochkunst legt,
kann auch seine Geschmacksknospen mit Lachs verwöhnen. Egal, für welche Variante man sich
entscheidet: Die Deie schmeckt frisch aus dem Ofen am besten.



Das Rezept:

Ebbes Mehl und ebbes Salz,
ebbes Trieb und ebbes Schmalz,
wemmer des ins Töpfle knetet
und om guats Gedeiha betet
dann kann nix daneba ganga
des muß für guete Deia langa
obe drauf no Rahm und Eier,
net zuviel, sonst wird´r deier
Zwiebeln kam er au drauf streua
no geits halt an Zwiebla-Deia
wers net mog, du lieber Himmel-
manche möget au en Kimmel
und dia schleckete Deia-Schlucker
möget oba drauf en Zucker
und des ganze dann au glei
mit ema gueta Gläsle Wei.

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