Weitzmann Weinlexikon

Bacchus


Bacchus

 

Die weiße Rebsorte Bacchus oder Dionysos ist eine Züchtung aus dem Jahr 1933 zwischen den Rebsorten (Silvaner x Riesling) x Müller-Thurgau. Die Kreuzung erfolgte durch Peter Morio (1887-1960) und
B. Husfeld am Institut für Rebenzüchtung Geilweilerhof in Siebeldingen-Pfalz. Ihre Zulassung in Deutschland erfolgte im Jahr 1962. Die Rebsorte wird vor allem in Deutschland und in England angebaut.


Bacchus verdankt ihre Popularität unter Winzern besonders der Tatsache, dass sie - im Gegensatz zum Riesling - eine frühreifende Rebsorte ist, die sehr hohe Reifegrade erreicht und deshalb auch in Lagen angebaut werden kann, die für den Riesling weitgehend ungeeignet sind. Die aus ihr gewonnenen Weine sind aromatisch und fruchtig, aber nur, wenn das Lesegut völlig ausgereift ist.

Allerdings fehlt es den den Weinen manchmal an Säure, weshalb sie häufig mit Müller-Thurgau verschnitten wird. Deren relativ neutrale Weine bereichert sie mit ihrer Frucht und ihrem Bouquet - zusammen sind sie ein fester Bestandteil der unter Weinkennern oft nicht sehr geschätzten Liebfrauenmilch.

Anbaufläche in Deutschland (Stand: 1. März 2004): 2.756 ha (2,7 % der Rebfläche)

Morio (1887-1960) studierte Landwirtschaft an der Technischen Hochschule in München.
Von 1921 bis 1948 war er Assessor an der Lehr- und Forschungs-Anstalt Neustadt an der Weinstraße (Pfalz). Im Jahre 1926 gründete er die Außenstelle Rebenzüchtung der Bayerischen Landesanstalt
für Wein-, Obst- und Gartenbau in Würzburg auf dem Geilweilerhof.

Er kreierte die Neuzüchtungen Bacchus, Domina, Morio-Muskat und Optima.

Die Sorte liefert relativ hohe Erträge bei vergleichsweise hohen Mostgewichten. Bacchus-Reben
findet man vor allem in Deutschland in Rheinhessen, der Pfalz, Franken und an der Nahe. Das Aroma
der Weine erinnert an Orangen, schwarze Johannisbeeren, manchmal auch an Kümmel oder Muskat.
Im Körper sind sie in der Regel leicht bis mittelkräftig.