Der Trollinger ist die Hauptrebsorte und eine ausgesprochene Spezialität Württembergs. Er nimmt ca. 25% der Ertragsrebfläche ein. Der Trollingerwein ist ein kerniger, frischer, fruchtiger, duftiger und leichter Wein von hellrubin bis granatrot gefärbt, mit gutem Säuregehalt und herzhaftem Geschmackscharakter.
Die Rebsorte Trollinger gelangte Mitte des 17. Jahrhunderts über Südtirol nach Württemberg. Aus diesem Grund nimmt man an, dass der Begriff „Trollinger“ aus der Bezeichnung „Tirolinger“ hervorgegangen ist. Der Trollinger entwickelte sich zur meistangebauten Rotweinsorte in Württemberg und gilt dort mittlerweile als Nationalgetränk, was gleichzeitig als Beweis für seine hohe Bekömmlichkeit angesehen werden kann.
Mit 510 ha Rebfläche zählt Heilbronn zu den größten Weinbaugemeinden in Deutschland. Die sogenannten Heilbronner „Wengerten“ bauen mit großer Sorgfalt beste Rebsorten an und kultivieren diese zu hervorragenden Weinen aus, vor allem Trollinger und Riesling.
Die im Wein enthaltenen Polyphenole (Gerbstoffe und Farbstoffe) halten das Blut flüssiger und schützen die Adern vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Außerdem beeinflussen Inhaltsstoffe des Weines günstig den Fettstoffwechsel und weisen antientzündliche und antikanzerogene Eigenschaften auf. Eine Analyse hat gezeigt, dass obwohl in Frankreich besonders fette Speisen verzehrt werden, die Herzinfarktrate deutlich niedriger ist, als in anderen Regionen. Dies führt man auf den dort üblichen regelmäßigen Rotweinkonsum zurück.
Rotweine, die im Holzfass ausgebaut wurden, enthalten mehr wertvolle Inhaltsstoffe und sind daher wohltuender und gesünder. Bereits Hildegard von Bingen hielt mehrere Weinrezepte gegen verschiedene Krankheiten bereit. Für Traubenkuren werden neben dem Gutedel auch natürlich angebaute Trollinger-Trauben verwendet. Aber auch die Traubenkerne enthalten wertvolle Stoffe, wie das OPC, das 20mal wirksamer ist als Vitamin C.
Die intensive Beschäftigung mit dem Thema „Wein“ in Württemberg präsentieren besondere Wein-Spezialitäten wie exklusiv kreierte Weinpralinen, Weinnudeln und Traubenkernkaffee, in dem das gesunde OPC der Traubenkerne enthalten ist.
Der Trollinger ist eine spätreifende Sorte und verlangt daher beste, wärmste Lagen und während der Vegetationsperiode ausreichend Niederschläge. Trollingerwein ist wegen seines herzhaft-kernigen Charakters ein angenehmer Begleiter zur deftigen Brotzeit und paßt außerdem gut zu Steak, Rostbraten, Kalbfleisch, Kaninchen, Maultaschen sowie zu neutralem Weich- und Schnittkäse.
Besonders gut gedeihen die Trollinger-Reben auf tiefgründigen, nährstoffreichen Böden wie Keuper- oder Muschelkalkböden, die neben dem Wetter und der Kunst der Kellermeister den Charakter des Weines mitprägen. Je nach Herkunft ist der Trollinger herzhaft bis kantig (vom Keuper) oder frisch, mildfruchtig (vom Muschelkalk). Er wird in verschiedenen Qualitätsstufen wie „QbA“ und „Kabinett“ produziert. Da der Trollinger alleine in Württemberg auf über 2000 Hektar exklusiv angebaut wird, gibt es jedes Jahr eine ausreichende Menge an „frischem“ Trollinger.
Der Trollinger wird in Deutschland fast ausschließlich in Württemberg angebaut, aber getrunken wird er weltweit. Die Begrenzung der Anbauflächen auf das im sonnigen Süden gelegene Weinland ist vor aIlem klimatisch bedingt. In den Gegenden rund um den Neckar und seine Nebenflüsse findet der Trollinger beste Voraussetzungen. An den steilen Hanglagen können die Trauben reichlich Sonne tanken und in aller Ruhe zu harmonischen Weinen heranreifen.